Karin und Markus

        aus Australien

 

 

 

 

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Norden

Cairns - Cape York - Cairns

Zuerst trafen wir einige Vorbereitungen für unseren ersten wirklichen Trip, nämlich den zum Cape York. Das sind immerhin ca. 1'000 km ein Weg.

Obschon es mittlerweilen um die 25 C° ist, ist hier in Cairns doch Winter. Deshalb mussten wir natürlich unseren Gastgebern ein Fondue servieren!! Sie genossen es sehr, wir übrigens auch (wir fanden nun auch besser geeigneten Käse J).

Wir legten jedoch vor dem Trip noch eine Hochseeanglertour mit Mikel ein. Das Meer war spiegelglatt, somit gute Voraussetzungen für einen guten Fang. Kusi fing dann sogar einen Fisch!!! Es war ein kleiner Coral Trout, zu klein, um zu essen, also liessen wir ihn wieder frei. Leider hatte der Boots-Motor angefangen zu stottern, als wir Fitzroy Island passierten, schliesslich setzte er weiter draussen ganz aus. Mikel und Steve schraubten am Motor herum, bis sie ihn einigermassen zum Laufen brachten, dann konnten wir gerade bis vor Fitzroy Island zurückfahren, dann war no go. Ein anderes Fischerboot schleppte uns dann ab bis Fitzroy Island Jetty, von dort aus wurde die Coast Guard angefunkt, die uns dann später abholte. Somit hatten wir einen ungeplanten Inselaufenthalt auf Fitzroy Island J Schliesslich wurde das Boot von der Coast Guard „abgeschleppt“.

       

Am Motor rumbasteln    Aufenthalt Fitzroy    Abschleppen durch Coast Guard

Nun ging's los. Die erste Etappe unseres Cape York Trips brachte uns ins Cape Tribulation. Man merkte gut, dass Schulferien sind, die Campingplätze hier waren praktisch voll. Da wir uns entschieden, die Küstenstrecke rauf und die Inlandstrasse runter zu fahren, führte uns der Weg über den Bloomfield Track. Die Strecke zwischen Cooktown und dem Lakefield N.P. war zuerst super, dann ganz schön, wechselte irgendwann zu na ja bis schliesslich nur noch Wellblechstrassen und zwar brutal, sehr hart, vorhanden waren. Der Park selber ist sehr schön, Steppe mit Eukalyptusbäumen und Termitenhügeln. Wir fuhren zur Old Laura Station, das ist eine historische Stätte. Dort brannten die Ranger gerade kontrolliert das hohe Gras ab. Auf dem Campingplatz entdeckte Kusi dann, dass zwei Schrauben, die den Wassertank festhielten, lose sind.

                             

    Cooktown                              Captain James Cook      

Wir merkten, dass wir nördlicher fuhren, die Nächte wurden wärmer! Kusi versuchte sein Glück im Fischen noch vor dem Frühstück, aber die Fische standen nicht gerade Schlange, um von ihm rausgezogen zu werden!! Also gab es zum Abendessen keinen Fisch. Kusi legte sich unter unseren Troopy und versuchte, den Wassertank irgendwie zu befestigen. Das funktionierte nicht, da sich ein Riss gebildet hatte. Wir hofften dann, dass wir den Wassertank bei unserer Rückkehr in Cairns immer noch dran haben werden. Wir genossen diesen Park dann den ganzen Tag sehr. An der White Lily Lagoon gab’s natürlich einige Fotos von den schönen weissen Wasserlilien, die Red Lily Lagoon war abgezäunt, hier konnten wir nicht nahe genug ran. Die roten Wasserlilien sehen aus wie Pfingstrosen! Auch der Low Lake hatte viele weisse Lilien, viele Enten und hier konnten wir in der Weite ein Krokodil sehen!! Es war aber viel zu weit weg, um zu erkennen, ob ein Freshi oder Saltie. Weiter ging’s über eine wunderschöne Ebene mit vielen Termitenhügeln. Es hatte hier in diesem N.P. überhaupt sehr viele und auch sehr hohe Termitenhügel. Wir sahen zwei Arten davon, die erste war wie kleine Schlösschen, mit vielen spitzigen Türmchen, die zweite Art war eher rundlich. Das erste, was wir beim Bezug eines Campingplatzes machten, wir behandelten unsere Haut mit Bushman’s gegen Mücken, die sind hier wirklich eine Plage (nebst den Fliegen).

           

Fischen                           Lakefield N.P.                            

Die Fahrt zwischen dem Lakefield N.P. und Weipa schüttelte uns recht durch und es tat uns jedes Mal weh, wenn wir über Wellblechstrasse fuhren, dachten wir doch an unseren Wassertank.

In Weipa mussten wir natürlich eine Minentour mitmachen. Es ist eine Tagebaumine, in der Bauxit abgebaut wird, aus dem dann Aluminium gemacht wird. In Weipa liessen wir dann unseren Wassertank schweissen.

Minentour in Weipa

Als wir aus Weipa losfuhren, mussten wir zuerst natürlich mal eine Rifle Range anschauen, dann ging’s los. Die Strecke Richtung Batavia Downs war mal besser, mal schlechter, Wellblechstrasse über durchlöchert bis in gutem Zustand. Dann fing das Abenteuer an. Wir standen am Anfang der Telegraph Road, das ist DIE Abenteuerstrecke ins Cape York. Keine Frage, dass wir diese Strecke nahmen, oder? J Auf der ganzen Telegraph Road durchquerten wir 13 Creeks, die mal mehr, mal weniger Wasser führten und fuhren über eine abenteuerliche „Brücke“. Zu den Creeks kann man sagen, es ist keiner wie der andere, man tut gut dran, jeden zu durchwaten, man weiss nie, wie tief es wirklich wird, auch wenn das Wasser kristallklar ist. Einzig ein Creek war dann schliesslich eine „echte“ Herausforderung, aber nicht etwa die Durchquerung selber, sondern das Rausfahren. Aber schliesslich war unser Troopy draussen, sogar ohne Seilwinde… Kusi „flickte“ dann schliesslich wieder mal den Wassertank. Die Schrauben hatten sich wieder gelöst. Also kam nun der von Zuhause mitgebrachte Araldite zum Zug. Die Muttern wurden angeleimt. Nun sollte es wirklich halten.

       

Start des Abenteuers    Wasserstand 1. Creek    Einfahrt in einen Creek

       

Creekdurchfahrt            Brücke!                        Seichter Creek

Telegraph Road

Unterwegs besuchten wir die Fruit Bat Falls. Das sind ganz schöne Wasserfälle, fast wie Australiens Niagarafälle! Auch die Eliot/Twin Falls sind super. Wir genossen dort ein Bad, waren aber leider nicht die einzigen (das wird man wohl nie sein). Ein Touribus kam kurz nach uns. Aber herrlich war’s trotzdem. Am Ende der Telegraph Road hatten wir dann die Wahl zwischen dem Weg zur Fähre und dem Weg zum Jardine River, um dort zu campieren. Wir entschieden uns, zum Jardine River zu fahren. Dazu mussten wir einen Sumpf durchqueren. Ein bis zwei Wasserlöcher gingen auch gut, dann kam ein grösseres. Kusi entschied sich, aussen rumzufahren. Das ging auch (fast) gut, aber ganz am Schluss steckten wir fest!!!! Wir kamen weder vorwärts noch rückwärts!!! SUPER!! Ausgraben konnten wir uns nicht, der Schlamm wurde zu gut vom Wurzelwerk zusammengehalten und Baum hatte es in einem Sumpf eben auch nicht gerade so praktisch vorne dran. Somit hiess es nun tatsächlich wieder, Reservepneu vergraben, Seilwinde benutzen. So konnten wir dann unseren Troopy gut aus dem Schlamm rausziehen.

                       

            Fruit Bat Falls                                Twin Falls

           

Ausbuddeln aus Sumpf            Wohlverdientes Glas Wein

                                                    Am Jardine River

Kaum waren wir am nächsten Morgen losgefahren, konnten wir unsere Seilwinde schon wieder benutzen, aber diesmal für jemand anderes. Sie waren ein Wasserloch weitergekommen als wir, verbuddelten sich derart, dass sie sich nicht alleine rausziehen konnten und dort übernachten mussten! Als wir hinzukamen, war bereits ein Auto am helfen, aber sie schafften es nicht, schliesslich konnten wir sie mit 2 Seilwinden rausziehen!!! Da waren wir doch noch besser dran gewesen. Schliesslich fuhren wir zur Jardine River Fähre. Man bezahlt 88$ um rüber und zurück zu fahren und erhält einen Kehrichtsack und einige Infos. Die Überfahrt selber dauert keine 2 Minuten, es ist es aber wert, durch den River selber sollte man nicht fahren, da er breit, zu tief und fliessend ist und man ihn zudem nicht durchwaten kann wegen der Krokodile...

Fähre über den Jardine River

Schliesslich kam der grosse Tag. Wir gingen zum Cape York, zum nördlichsten Punkt des Festlandes Australiens. Als wir losfuhren, war es ziemlich bedeckt. Beim dortigen Parkplatz angekommen, marschierten wir über den Boardwalk und dann über Fels und Stein bis hin zum Cape York. Als wir ankamen, war tatsächlich noch niemand dort! Wir waren die ersten für diesen Tag!! Wir stellten das Stativ auf, setzten die Kamera drauf und dann fing es an zu regnen. L So hatten wir uns das natürlich nicht vorgestellt. Aber da es hier sehr stark windete und wir bis jetzt festgestellt hatten, dass es im Cape York sehr schnell wechseln kann, warteten wir geduldig, bis die Sonne wieder schien und wir dann unsere Fotos machen konnten. Auch der Rest des Tages war mit fotografieren gefüllt, wir waren an so schönen Orten und schliesslich fanden wir einen wunderbaren Strand zum Übernachten, ganz für uns alleine!! Hier oben hatten wir nun auch unsere 33°C tagsüber, morgens um 06.30 Uhr ist es bereits 25°C! Nicht schlecht für im tiefsten Winter, oder?!

Cape York

                           

        Einsames Camping                    Noch einsamere Strände

          mit den Fliegen                           für uns ganz alleine!

Für uns war eigentlich bereits sehr früh klar, dass wir einen Teil der Telegraph Raod wieder zurückfahren wollten, aber nach der Fähre zurück über den Jardine River entschieden wir uns definitiv für die vollständige Route über die Telegraph Road, nur Wellblech zu fahren ist eben nicht sonderlich erfüllend. Wir genossen dann die ganze Strecke südwärts. Diesmal machten wir bewusst Fotos von jeder Creeksdurchfahrt. Nach dem ersten Creek waren wir geschockt. Wir sahen ein Auto quer in einem Spalt stecken, d.h. die ganze linke Seite war im Spalt und lag quasi auf dieser linken Seite!! Wir stiegen aus und fragten natürlich, ob wir helfen könnten und ob jemand verletzt sei. Aber es waren bereits 2 Autos am Rausziehen, also gab’s für uns nichts mehr zu machen. Es waren noch Kinder drum herum und am folgenden Tag vernahmen wir, dass die Frau schwanger sei. Weiter bei den Wasserfällen (wieder bei den Twin Falls) genossen wir schliesslich einmal mehr ein Bad, obschon das Wasser durch die vielen Leute trüb wurde. Da wir hier übernachteten, konnten wir am nächsten Morgen dann in kristallklarem Wasser baden gehen. Weiter ging die Fahrt dann fast im Konvoi, es fuhren recht viele Fahrzeuge südwärts, aber wir hatten den Eindruck, dass sie dann die Bypassroad nahmen. Wir jedenfalls folgten weiterhin der Telegraph Road und genossen sie auch heute wieder in vollen Zügen. Zum Teil konnten wir uns kaum mehr an die Creeks erinnern, die wir doch einige Tage zuvor bereits durchquert hattenL. Zum Glück haben wir uns entschlossen, von jedem Creek Fotos zu machen. Wir trafen auch jemanden, der hatte Angst, durch relativ tiefes Wasser zu fahren, obschon der Boden guter Sand war, er hätte die Motorhaube abdecken müssen, er kehrte wahrscheinlich um. Wir trafen aber auch Fahrer, die haben das Gefühl, man müsse mit möglichst viel Action durch den Creek und so rasant durchfahren, dass die ganze Frontscheibe von der Bugwelle geflutet wird… Schliesslich waren wir am Ende unseres ersten Tracks angelangt und bedauerten keinen Moment, diesen in beiden Richtungen gefahren zu haben. Es war etwas vom schönsten, das wir je gemacht hatten. Als wir am Strassenrand ein Päärchen stehen sahen, die Probleme mit dem Motor hatten, hielten wir an und fragten, ob wir helfen könnten, da kam gerade ein Polizeiauto und sie meinten, sie wären ok. Als wir langsam weiterfuhren, winkten sie uns jedoch zurück, die Polizei meinte nur, sie würden in die andere Richtung fahren, zudem wüssten sie nicht viel von Autos… Somit wird die Polizei eine Riesenhilfe sein, hat man mal ein Problem… Wir nahmen dann die Frau mit ins nächste Roadhouse (18km entfernt) und sie meinte, wir seien die einzigen gewesen, die angehalten hätten, ca. 4-5 Autos seien einfach vorbeigefahren… Da wir ein Westaustralisches Autoschild haben, werden wir oft gefragt, woher wir denn seien und sie staunen dann nicht schlecht, wenn wir sagen, wir seien gar nicht Australier… Für Touris ist diese Strecke wohl doch zu abgelegen! Zudem hat unser Troopy absolut keine Ähnlichkeit mit einem Touristenauto!  Bei der Fahrt über die Telegraph Road nordwärts kreuzten wir 38 Autos, 6 Töffs und ein Touribus, südwärts waren es sogar 53 Autos und 3 Töffs. Wieviele über die Bypassroad (Umfahrungsstrasse voller Wellblech ohne Creeksdurchfahrt, somit langweilig) gefahren sind, keine Ahnung!!

Als wir die Telegraph Road hinter uns gelassen hatten, hiess es wieder, Wellblechstrasse fahren. Schliesslich war bei uns der Pfupf etwas raus, wir waren fotofaul und auch sonst hiess es eher selten „äs gseht schön us, gäu“. Einzig in Mareeba besuchten wir ein Militärmuseum, dann waren wir wieder in Cairns. Nach einer ausgiebigen Dusche fühlten wir uns dann wieder als Menschen J Als Edda nach Hause kam, kauften wir eine Pizza und gingen sie an die Esplanade essen. Da fast Vollmond war, hatte das so seinen Reiz.

                       

    Museum in Mareeba                Pizzaessen an der Esplanade

Wir schauten uns wieder mal unseren Wassertank an. Mikel kann ihn nicht flicken, da er Chromstal nicht schweissen kann. Da der Wassertank in der oberen Hälfte leckt, werden wir ihn halt nur zur Hälfte füllen, den Rest des Wassers werden wir in separaten Kanistern mitnehmen. Nun wurde unser Troopy wieder mal gewaschen, man sah nicht mehr so recht, was für eine Grundfarbe er hatte (war es wirklich weiss oder etwa rostrot? J) Da sich Mikel schon lange Röschti gewünscht hatte, kochten wir zum Abendessen Röschti. Es schmeckte allen sehr gut.

Paul / Mikel beim Röschtiessen!

Zum Frühstück am Sonntag morgen wollten wir Gipfeli einkaufen. Als wir jedoch zu unserem Troopy raus kamen, machten wir lange Gesichter. Wir hatten einen Platten!! Nicht etwa von Gravelraod, Wellblech oder spitzen Steinen, nein von Cairns’ Teerstrassen fuhren wir unseren ersten Platten ein! Das hatten wir uns natürlich auch nicht so vorgestellt, dass der erste Pneuwechsel im Vorgarten von Eddas Haus geschehen würde. Edda führte uns dann in eine Kirche mit unheimlich schönen Fenstern. Sie stellten die Geschichte der Entstehung der Erde dar aus Sicht der Nordqueensländer. Dazu hörten wir die Geschichte des Künstlers. Es war sehr eindrücklich.

                          

              Pneuwechsel vor                    Entstehung der Erde

                Eddas Garage!

 

Cairns via Gulf / Roper River Track nach Darwin

Nun war es soweit, wir wollten Cairns endgültig verlassen. Als Abschieds-Abendessen kochte Karin Partyfilet mit Nüdeli, zum Aperitif gab’s einen Champagner. Der Abschied von Edda fiel uns beiden sehr schwer, aber es warteten neue Abenteuer auf uns. Es regnete wie aus Kübeln, als wir Cairns verliessen. Der Himmel klarte erst gegen den Undara Volcanic N.P. auf, und in Mt. Surprise, wo wir übernachteten, war dann wieder schönster Sonnenschein.

Der Gulf Track begann. Aber nicht etwa mit Wellblechstrasse, sondern ganz schöne Gravelroad. Die Landschaft war sehr schön, weite Ebenen mit hohem Gras, Kuhherden, davon könnte ein Schweizer Bauer nur so träumen, so riesig sind sie. Beim Leichhardt River fanden wir ein super Spot fürs Campieren, oberhalb des Rivers, mit Sicht in die Schlucht. Wir genossen diesen Platz in vollen Zügen. Als es am Einnachten war, sahen wir sehr viele Känguruhs bei unserem Platz vorbei hoppeln. Normalwerweise frühstücken wir erst, wenn wir etwas gefahren sind, aber da wir diesen Platz noch etwas geniessen wollten, frühstückten wir ausgiebig, wir hatten sogar ein 3minuten Ei! Kusi war natürlich nicht um eine Lösung für den Eierbecher verlegen, er bastelte kurzum einen aus Alufolie. Beim Frühstück sahen wir unten im Wasser doch tatsächlich ein Krokodil, diesmal war es eindeutig ein Freshi. Es hatte auch einen Riesenschwarm weisser Kakadus, die machten einen Riesenmeis (wie gewöhnlich). Weiter ging’s dann Richtung Lawn Hill N.P., das war unser nächstes Ziel. Auf einer Erhöhung hielten wir an, um ein Foto zu machen. Keine 20m weiter hatten wir hinten links einen Platten, aber was für einer. Nicht ein normaler, wo man sagen kann, das passiert halt eben, sondern der ganze Pneu war futsch. Logisch, dass wir da lange Gesichter machten. Als wir weiterfuhren, war unsere Fotolust wie weggefegt.

               

Gulftrack                    Camp                        Platten

In dieser Nacht grasten Känguruhs auf unserem Campinplatz. Wir sahen sie zwar nicht, aber wir hörten sie rascheln und hoppeln. Nun war mal Wandern angesagt im Lawn Hill N.P. Wir machten eine Rundwanderung auf den Klippen der Schlucht, sahen uns Aboriginal Zeichnungen an und schliesslich gingen wir zu den Cascaden baden. Gegen Sonnenuntergang gingen wir nochmals los, um die Felsen beim schönen Sonnenuntergangslicht zu fotografieren. Die Weiterfahrt Richtung Domadgee führte uns durch eine sehr schöne Gegend. Die Lawn Hill Station, die wir dabei durchquerten, war auf dieser Seite des Nationalparkes noch 40km breit, auf der anderen Seite fuhren wir auch schon eine Zeit lang durch dieses Farmland. Es ist schon herrlich, das Nachtlager zu beziehen, wo es uns gerade gefällt. Das ist genau das, was uns so fasziniert. Wir konnten sogar mit unserer Solardusche eine Dusche geniessen, das Wasser war warm genug. Die Fliegen, die uns ständig begleiten, verzogen sich nach Sonnenuntergang. Bei einem Lagerfeuer liess sich der Tag herrlich ausklingen.

               

Lawn Hill N.P.           Wanderung über       Cascaden

                                den Klippen

                               

                                  Lagerfeuer

Auf diesem Gulf Track hatten wir wieder einige Creeks zu durchqueren, die z.T. recht breit waren und doch auch noch so ihre Tiefe hatten. Aber nachdem wir die Telegraph Road in beiden Richtungen gefahren waren, beeindruckten uns diese Creeks nicht mehr sonderlich.

Creek Durchquerung

Auf dem ganzen Gulf Track fuhren wir über 69 Grids, durch 6 Gates und durch 9 wasserführende Creeks. Gulf „Track“ ist etwas viel gesagt, es ist eine gute Gravelraod, oder anders ausgedrückt, ein sehr einfacher Track.

Der nächste „Track“ war der Roper River Track. Er schliesst direkt an den Gulf Track an und führt so weiter Richtung Darwin. Aber er war auch keine echte Herausforderung, es war einfach gute Gravelraod. Am Abend erschraken wir oft wegen der kleinen braunen Fröschen, die um unseren Troopy herumhüpften. Ohne Taschenlampe getrauten wir uns nicht, herumzulaufen aus Angst, wir könnten einen der kleinen Frösche zertreten. Am Morgen war ein mystisches Morgennebelchen um uns herum, das natürlich fotografiert werden musste!! Unterwegs fanden wir eine Superlagune. Es sah sehr schön aus mit den Wasserlilien. Unser nächstes Camp bezogen wir dann abseits des Tracks. Da wir genau bis hierher wollten und wir noch etwas früh waren, versuchte sich Kusi wieder mal im Fischen. Da kein Erfolg eintrat (nur Angelhaken verloren), fing Karin mal an, Brotteig zu kneten. Sie kann es ja auch zu Hause nicht sein lassen mit dem Brotbacken. Wir packten den Teig in Alufolie, legten ihn für ca. 10 Minuten in die Glut und das Brot war fertig. Es war sehr fein. Wir waren beide stolz darauf, unser erstes Brot im Outback gebacken zu haben.

                

Morgennebel            Lagune                            Brot backen

Kusi entwickelte schliesslich eine neue Strategie für das Fischen, nämlich mit Korkzapfen. Aber auch diese Strategie war erfolglos. Er hatte jedoch eine Begegnung besonderer Art: Als er angeln gehen wollte, begegnete er einer kleinen, goldgelb-orangen Schlange. Sie seien beide etwa gleich erschrocken gewesen, hätten sich angeglubscht und die Schlange hätte sich dann verzogen. Wir fuhren über Roper Bar bis in den Elsey N.P. Roper Bar ist nichts weiter als ein Haus mit Einkaufs- und Tankmöglichkeiten, 11 Einwohnern, 1 Hund etc. Hier war der Roper River Track dann zu Ende. Im Elsey N.P. gingen wir zuerst mal zur Mataranka Homestead. Das ist ein grosser Campingplatz, Bar, alte nachgebaute Homestead und das Wichtigste: die Thermalquellen. Wir gingen natürlich baden. Das tat gut, sich in 34°C warmem Wasser mal wieder säubern zu lassen. J Am Abend gab es auf dem Campingplatz einen Talk vom Ranger. Diese Talks sind sehr interessant und auch sehr heimelig, finden sie doch immer an einem Lagerfeuer mit Billy Tea statt.

34C° Pool in Mataranka

In der Katherine Gorge war dann mal wieder eine längere Wanderung geplant. Diese Katherine Gorge besteht aus ca. 13 Schluchten. Als wir am Morgen losmarschierten, sahen wir hinter dem Visitor Center ganz viele Kängurus grasen. Plötzlich vernahmen wir einen Höllenlärm in den Bäumen, aber nicht etwa von weissen Kakadus, sondern von Fledermäusen!! Als wir nach einem steilen Aufstieg zum ersten Lookout kamen, konnten wir eine grandiose Aussicht in die erste Gorge geniessen. Es führte dann sogar ein Weg in diese Schlucht hinunter, dort konnte man Baden. Wir kletterten dann wieder auf die Anhöhe hinauf und gingen zum nächsten Lookout. Von dort führte ein weiterer Weg wieder in die Gorge hinunter. Hier konnten wir nun unten in der Schlucht weiterwandern bis zu einem Punkt, wo man den Fluss trockenen Fusses zu Aboriginal Zeichnungen überqueren konnte . Von dort aus sahen wir dann auch in die 2. Schlucht hinein. Vor dem Rückmarsch genossen wir jedoch nochmals ein Bad im Fluss. Wir schwammen quer über den Fluss und zurück, ohne ein Süsswasserkrokodil zu sehen. J

                       

                                Katherine Gorge

Unser nächstes Ziel war der Litchfield N.P. Wir sahen einige recht grosse Termitenhügel, sie kamen jedoch nicht an diejenigen vom Cape York heran. Die Florence Falls sind ganz schöne Fälle. Es hatte natürlich einige Leute, aber Dank dem wir recht spät dort ankamen, hatte es wohl schon nicht mehr so viele wie auch schon. Wir konnten natürlich nicht widerstehen und gingen auch baden. Es tat gut, es war eine willkommene Abkühlung. Die Lost City, die wir anschliessend besuchten, ist tatsächlich eine wundervolle Gesteinsformation. Da wir am Morgen früh genug dort waren, hatten wir das goldene Licht und noch keine Touris im Bild. Super! Die Blyth Homestead ist eine sehr gut erhaltene Blechhütte, die zeigt, wie sie früher gehaust hatten. Bei den Tjaynera Falls bezogen wir unseren Campingplatz und gingen dann zu den Falls. Da es sehr heiss war, mussten wir für die 1.7 km schon 30 Minuten laufen. Die Falls waren es aber wert. Sie sahen super aus, waren gut im Licht und die Abkühlung war sehr willkommen. Wir genossen es jedenfalls sehr. Wir schwammen eine relativ grosse Strecke, für dass das Wasser eher kalt war. Wir haben sowieso festgestellt, dass wir etwas „abgehärtet“ sind bezüglich kaltem Wasser, da wir nun doch schon oft in diesen Wasserfall-Pools schwimmen gingen. Die Bamboo Creek Tin Mine ist eine recht gut erhaltene Ruine aus der Zeit, als sie Zinn abbauten (um 1940 rum). Uns gefiel es da sehr gut. Weiter fuhren wir dann auf einer mal besseren, mal schlechteren Cravelroad, bis wir wieder auf den Stuart Highway kamen und so bis Darwin. Neben der Strasse hatte es noch ein paar WWII-Airfields.

         

Homestead         Tjaynera Falls     Zinnmine             Termitenhügel

In Howard Springs (kurz vor Darwin) bezogen wir dann mal eine Cabine, damit wir uns mal wieder so richtig organisieren konnten. Zudem tat es auch gut, mal wieder ein grosses Bett, eigene Dusche/WC, vollständige Küche und eine kleine, herzige Veranda zu geniessen. Hier liess es sich also doch etwas ausspannen und auf die nächsten Abenteuer vorbereiten. Am Abend gab es dann eine Diashow über die Gegend von Darwin/Howard Springs, das durften wir uns natürlich nicht entgehen lassen.

Veranda der Cabine

Der Territory Wildlife Park ist super zurecht gemacht. Es ist nicht ein Zoo im herkömmlichen Sinn. Wir gingen zuerst zur Adler-Show, das war sehr interessant, wie die Tiere so über unsere Köpfe flogen. Es hatte auch eine Eule dabei. Es wurde einiges erzählt zu den einzelnen Tieren und deren Verhalten. Weiter gingen wir zur Pelikan/Krokodilfütterung, wobei enttäuschenderweise nur die Pelikane gefüttert wurden. Im Aquarium sahen wir einen riesigen Barramundi, Schiltkröten und ein grosses Salzwasserkrokodil. Wir sahen natürlich auch Kängurus, aber nicht so viele, zudem ist es interessanter, diese herrlichen Geschöpfe in der Wildnis zu beobachten.

                       

Adlerfütterung                  Auge in Auge mit

                                        einem Salzwasserkrokodil

Da unser Troopy dann seinen grossen Tag hatte mit dem 70’000er Service, fuhren wir zu Andrew. Andrew ist ein feiner Typ, der den Service an unserem Troopy sehr genau machte. Wir bekamen als Ersatzauto einen Van. Wir genossen die Esplanade von Darwin, gingen zur Warf und dann durch die Mall zurück. Es ist aber eben schon so, in einer Stadt fühlen wir uns nicht sonderlich wohl. Wir fuhren dann weiter zum NT Museum und Art Gallery, das ist etwas ausserhalb. Dort gefiel es uns schon besser. Es ist ein sehr schön zurecht gemachtes Museum, in dem man auch einiges über den Cyclon Traycy, der 1974 Darwin zerstörte, erfahren kann. Als wir unseren Troopy wieder abholten, hatten wir Darwin eigentlich gesehen. Zurück in der Cabine genossen wir mit unseren netten Nachbarn ein Bier. Sie kommen aus Pemberton, WA. Am Abend grillierte der Campingplatzbesitzer Würstchen. Wir genossen ein Büffelwürstchensandwich mit Wein, dazu sang ein Unterhalter Lieder. Es war ein sehr schöner Abend.

Sicht auf Darwins Skyline

Das Aviation Heritage Center genossen wir dann auch noch in vollen Zügen (Prunkstück ist eine B-52). Die Flugzeuge waren sehr gut ausgestellt und man konnte einiges lernen über die Bombardierung Darwins im 1942. Weiter fuhren wir zum War Museum. Auch dort gab’s einige interessante Sachen zu erfahren über den Krieg, der in Australien herrschte.

 

Darwin - Kakadu N.P. - Katherine Gorge - Gregory N.P. - Halls Creek

Bei der Verabschiedung unserer Nachbarn versprachen wir ihnen, wenn wir gegen Schluss unserer Reise in Pemberton sein werden, bei ihnen vorbeizuschauen, sie haben dort eine Farm!! Wir fuhren dann in „einem Chutt“ bis zum Kakadu N.P. Wir fuhren dann selbstverständlich den 4WD Track Richtung Red Lily Billabong. Es war eine schöne Abwechslung zur monotonen Teerstrasse. Dort angekommen sahen wir unser erstes freilebende Salzwasserkrokodil! Das musste natürlich ausgiebig fotografiert werden. Es ist schon imposant, wenn man durch den Feldstecher schaut und dieses urzeitliche Tier sieht, so ohne Zaun dazwischen, und man weiss genau, es könnte auch einige Meter neben uns ein solches Tier haben! Beim Alligator Billabong übernachteten wir dann schliesslich. Kusi hat hier auch wieder ein Krokodil gesehen, besser gesagt, dessen „Bugwelle“!

                   

Track im Kakadu N.P.           Kroki Foto-Shooting

Auf unserem 4WD Track Richtung Old Jim Jim Road fuhren wir wieder durch sehr interessantes Gebiet. Es hatte von offenem Woodland über Bambus bis Sumpfgebiet (nass und bereits ausgetrocknet) so ziemlich alles. Nebst Kängurus und wilden Pferden sahen wir sehr viele Vögel. Mit unserem Kärtchen über Tiere Australiens konnten wir sogar einige identifizieren. Das hat Spass gemacht. Die 4WD Strecke zwischen dem Arnhem Hwy (geteert) und der alten Jim Jim Road (Gravel) ist nur 4WD empfohlen, nicht zwingen. Wir fragten uns aber, als wir einige trockene Creeks durchqueren mussten, wie das ein 2WD schaffen sollte, die Böschung runter ginge ja noch, aber wieder rauf!! Kaum auf der alten Jim Jim Road angelangt, staunten wir nicht schlecht, wir mussten einen Fluss durchqueren!! Das genossen wir natürlich wieder mal so ausgiebig. Als wir schliesslich wieder auf der Teerstrasse fuhren, war es sofort wieder langweilig. Kurz vor dem „Ubirr“ bezogen wir dann unseren Campingplatz, dann marschierten wir zum Ubirr selber. Es wird gesagt, dort seien ein paar der schönsten Aboriginal Zeichnungen Australiens. Das ist auch so. Wir staunten nicht schlecht, als wir diese sahen. Es „genossen“ sie aber auch noch sehr viele andere Personen und Gruppen. Somit war die Ruhe weg. Wir stiegen dann schliesslich zum Lookout hinauf. Die Aussicht ist atemberaubend. Man hat einen 360° Blick. Einerseits sieht man die Wetlands, andererseits aber auch das Gebirge. Es war einfach wunderschön. Wir suchten uns einen guten Platz für das perfekte Bild des Sonnenuntergangs und richteten uns und Karins Kamera dort ein. Es kamen dann immer mehr Leute und kurz vor dem Sonnenuntergang war dann auch unser perfektes Bild futsch, es sassen nämlich schlussendlich einige Leute einfach in unserem Bild!! Also machten wir kurzentschlossen einen Standortwechsel, aber es war eben nicht mehr dasselbe. Eindrücklich war der Sonnenuntergang trotzdem.

                           

           Jim Jim "Falls"               Aussicht vom Ubirr

In dieser Nacht ging Kusi auf Grosswildjagd. Es schlichen sich nämlich einige Mücken mit uns ins Zelt. Denen machte er den Garaus. Weiter ging’s bis zum Nourlangie Rock, dort gingen wir die Felszeichnungen anschauen. Diese waren sehr viel eindrücklicher, als was wir bis jetzt je sahen. Es waren aber auch eben DIE Felsmalereien. Beim Sandy Billabong Camping Area war es wunderschön, es sah aber zuerst aus, als sei bereits alles voll. Schliesslich entdeckten wir ein älteres Ehepaar, das noch kein Zelt aufgeschlagen hatte. Es stellte sich heraus, dass sie auch nur die Sicht auf dieses herrliche Billabong genossen. Wir kamen ins Gespräch und schliesslich gaben uns diese beiden ihre Adresse in Adelaide. Sie meinten, wenn wir in der Gegend seien, würde es sie freuen, wenn wir uns melden würden und etwas über unsere Reise erzählen könnten!! Das erstaunte uns sehr, freute uns aber auch. Hier sahen wir zwar kein Krokodil, aber es war sonst sehr faszinierend mit den Vögeln und der ganzen Billabongstimmung. Wir genossen diesen Campingplatz wirklich sehr, aber es hatte Mücken!! Wo schon nicht in diesem Nationalpark. Wir fuhren dann zu den Jim Jim Fällen. Obschon die Fälle ausgetrocknet sind, sah es doch sehr schön aus dort. Es hatte sogar noch eine Krokodilfalle dort, aber es war kein Köder mehr drin!! Zurück beim Campingplatz gab’s mal ein Feuerchen (das Holz hatten wir unterwegs gesammelt). Hier sahen wir immer wieder Dingos hinter unserem Campingplatz herumschleichen.

                   

                Paintings                        Lagune

Am nächsten Morgen hatte es zu Beginn der Bootstour auf Yellow Waters ganz herrlichen Morgennebel. Sowas schönes hatten wir nicht erwartet. Die 2stündige Tour führte uns an wunderschönen Pflanzen, Vögeln und auch einigen Krokis vorbei!! Wir genossen diese Tour in vollen Zügen und fotografierten dementsprechend. Schliesslich fuhren wir zum Warradjan Cultural Centre, das ist sehr schön zurecht gemacht von den Aboriginals und erklärt deren Mythen. Als wir zum Auto zurückkamen, sagte ein Tourist, wir hätten noch Schuhe vorne auf dem Auto!! Leider war nur noch einer von Karins Wanderschuhen drauf. Wir machten lange Gesichter und fuhren dann zu unserem Campingplatz zurück in der Hoffnung, den Schuh irgendwo am Strassenrand zu sehen. Aber bis hin zum Campingplatz war nichts zu finden, auch beim wieder Rausfahren war nichts zu finden, obschon wir sehr langsam fuhren und sehr intensiv danach Ausschau hielten. Wir fuhren zurück ins Cultural Centre und fragten dort nach, ob jemand einen Wanderschuh abgegeben hätte, da war nichts. Karin war nicht gerade glücklich darüber, da es recht schwierig ist, Schuhe in dieser Grösse (KleineJ) zu finden. Kusi war auch nicht sonderlich gut aufgelegt, er machte sich Vorwürfe, da er die Schuhe vorne aufs Auto legte und beim Troopy einpacken nicht mehr daran gedacht hatte. Wir hatten das Möglichste getan, um diesen Schuh wiederzufinden, aber schliesslich kamen wir zum Schluss, dass ihn wahrscheinlich ein Dingo vom Auto gerissen hatte. Somit war unsere Dingofütterung geglückt!!

                   

                            Yellow Waters

Nach einigen Morgenstimmungsfotos von den Termitenhügeln fuhren wir nun aus diesem Kakadu N.P. raus. In Katherine machten wir uns dann auf den Weg, Wanderschuhe zu finden. Wir wurden immer weiter geschickt und wir landeten ganz am Schluss noch in einer Sattlerei. Überall hiess es, ja, wir haben noch einige Wanderschuhe (obschon die Saison dazu wohl vorüber wäre), aber nein, nicht in dieser Grösse!! Weiter ging’s dann bis zum Katherine Gorge Campground. Dort kam dann die 2. Enttäuschung: Sie hatten nach einem Sicherheitscheck nur noch 8 Doppelkanus übrig, die waren hoffnungslos überbucht. Schliesslich buchten wir die letzten 2 Einzelkanus, happy waren wir jedoch nicht darüber. Aber lieber das als nichts. Wir nahmen uns einen schattigen Campingplatz, gingen mal in den River baden und duschten dann sehr ausgiebig, das hatten wir nötig. Zum Abendessen gab’s dann Känguru-Steak, das war etwas makaber, da ganz süsse Kängurus direkt neben uns zu Abend assen!!

Als wir die Kanus abholen gingen, hiess es plötzlich, man dürfe nicht durch die 2. Gorge, da sie in der Passage 2. zu 3. Gorge Arbeiten erledigen würden und dazu durch die Gorge fliegen würden!! Nur zwischen 10 und 11 Uhr könnte man kurz reinschauen. Das gab zuerst mal lange Gesichter, wir entschlossen uns jedoch nach einigem Hin und Her trotzdem, loszupaddeln. Also packten wir unsere Habseligkeiten in je einen Kanister und machten die ersten Gehversuche auf dem Wasser. Es war eine etwas wacklige Angelegenheit, aber mit der Zeit hatten wir es beide im Griff. Kusi hatte etwas länger Mühe, sein Kanu machte länger mit ihm, was es wollte und nicht umgekehrt!! Schliesslich waren wir am Ende der ersten Gorge angelangt und zogen unsere Kanus durch die Felsbrocken. Es hatte im ganzen 3 Passagen, die überquert werden mussten. Danach war es etwas nach 10 Uhr und wir paddelten in der 2. Gorge bis zu der Stelle, bis wo man durfte. Dort war ein netter Mann und sagte uns, wo wir hin dürften bis um 11 Uhr. Das machten wir dann schliesslich auch, nahmen einige Fotos und sonnten uns dann schliesslich noch etwas in dieser eben imposantesten 2. Gorge. Dann mussten wir uns bereits auf den Rückweg machen, denn der war lang. Nach dieser Anstrengung gingen wir schliesslich im Bistro des Visitor Centres Barramundi an Limebutter essen. Das genossen wir dann auf der Terrasse bei einer kühlen Brise.

Kanufahrt in der Katherine Gorge

Zurück in Katherine kauften wir für Karin ein paar Kinderwanderschuhe!! Besser das als nichts. Nun konnten wir Richtung Gregory N.P. losfahren.

Am nächsten Tag konnte Karin auf dem Escarpment Walk ihre neuen Wanderschuhe ausprobieren. Das Gelbe vom Ei war's nicht. Dafür war der Walk wunderschön und die Aussicht fantastisch. Auf dem Weg zu einem Campingplatz im südlichen Teil des Gregory N.P. wollten wir mal etwas Holz einsammeln für ein Lagerfeuer, da machte es beim rechten Hinterpneu „ffffffffffffffff“. Kusi sagte dann, „Sch…, einsteigen, schauen, ob’s bis zum nächsten Campingplatz reicht!!“ Es reichte nicht. Aber so konnte er sich wenigstens ein Schattenplätzchen aussuchen und der Untergrund war auch super zum Pneuwechseln. Wir fanden heraus, dass er das eben einmal pro Monat braucht, einen Pneu zu wechseln. Super, dann ist das für den Monat August erledigt!! Beim Bullita Homestead Campground gefiel es uns dann sehr gut. Kaum hatten wir unser Zelt aufgeklappt und uns etwas hingesetzt, fingen wir an, Fliegen abzuwehren. Es war fürchterlich, sie frassen uns hier fast. Hier hatte sich Kusi nun einen Haarschnitt verdient. Wir nahmen die mitgebrachte Schere, die wir von Vreni erhielten und los ging’s. Die ersten paar Schnitte geschahen mit etwas Bammel, aber als die Ohrenpartie weg war (und sie war zünftig weg!! (die Haare und nicht die Ohren)) fing es Karin an, Spass zu machen und sie konnte fast nicht mehr aufhören, zu schnippseln. Es kam gar nicht mal so schlecht, aber an einen Vrenischnitt kommt es wohl nicht ran!!

Haarschnitt

Die Bullita Homestead ist sehr schön zurecht gemacht für Besucher. Wir fuhren auf dem Humbert River Track südwärts. Unterwegs sahen wir einen aus New South Wales, der war in einem Bachbett mitten auf dem schmalen Weg stehen geblieben und sie genossen dort einen Tee. Keine Panne, nichts, es sei ja seit 1 ½ Tagen keiner vorbeigekommen!!!... Die Gegend war sehr schön, hier sahen wir viele Flaschenbäume. Ausserhalb des Gregory N.P. fanden wir ein richtiges Outback Camp ohne Bulldust aber mit Kühen! Hier gefiel es uns. Die Kühe schauten zwar etwas verwirrt, aber sie akzeptierten unsJ (wir waren weit weg vom nächsten Wasserloch)! Heute machte es beim Lenken bei unserem Troopy vorne so komische Geräusche. Als Kusi mal nachschaute, meinte er, da sei was nicht gut, der Dieselfilter war nicht mehr dort, wo er hätte sein sollen, es fehlten ihm nämlich zwei Schrauben und er war runtergefallen. Aber mit etwas Draht war das rasch behoben. Karin hatte heute den ganzen Tag das Gefühl, es sei unser Hochzeitstag, am Abend wurde sie aber enttäuscht, es war ja erst der 10. August!!

                       

    Track im Gregory N.P.        Flaschenbaum

Schliesslich fuhren wir auf den Buchanan Highway. Highway ist etwas viel gesagt, es ist zwar eine gute Gravelroad, aber uns begegneten gerade 2 Autos und 2 überholten uns, als wir am Fotografieren waren. Sehr dicht war der Verkehr somit nicht. Die Gegend war super schön, sehr flach, mal mit Bäumen, mal mit Büschen und mal ohne etwas, nur mit gelbem Gras. Kurz vor der Grenze zu Western Australia sahen wir einen Blauzungenskink auf der Strasse. Wir hielten an, bestaunten und fotografierten ihn ausgiebig und dann nahm ihn Kusi und setzte ihn neben der Strasse wieder hin. Wir erinnerten uns nämlich an das, was Malcolm Douglas mal gesagt hatte, nämlich, dass diese Tiere sehr harmlos sind und auch hilflos, dass man ihnen eben helfen sollte, von der Strasse runter zu kommen. Die Grenze selber ist unscheinbar, nur ein Plakat „Welcome to Western Australia“ zeigte uns, dass wir tatsächlich an der Grenze standen. Man darf weder Früchte noch Gemüse noch Honig über die Grenze bringen. Also fuhren wir nur ca. ein Autolänge hinüber, hatten wir doch noch 1 Karotte und 2 Birnen, die gegessen werden wollten. Die gedörrten Aprikosen hatten wir den ganzen Tag lang gefuttert und schliesslich ausgemacht. Wir kehrten um und fanden ein ganz schönes Plätzchen inmitten von niedrigen Büschen. Da nun heute unser Hochzeitstag war (wenigstens der Zivile), gab es ein feines Nachtessen mit einem Glas Wein und einem Dessert!

                           

            Buchanan "Highway"        Blauzungenskink

So, und nun ging’s über die Grenze. Auf der anderen Seite sah es zunächst nicht anders aus, auch die Strasse war nicht merklich anders. Erst später merkte man, dass der Boden besser (angenehmer) war und die Landschaft änderte sich doch dann drastisch gegen Halls Creek zu. Wir fotografierten sehr viel und genossen diese wunderschöne Gegend. Es hatte Hügelchen und Hügelketten, die immer wieder aufs Neue erstaunten. Hier gab’s nun auch wieder Touristen-Sehenswürdigkeiten. Wir folgten einem Wegweiser zu Sawpit Gorge. Die war wirklich schön. Dort hätte man sogar baden können, aber das machten wir dann doch nicht. Wir fotografierten dafür gestrandete, verrostete AutosJ Auch Old Halls Creek und die China Wall waren sehenswert.

                           

Grenze Northern Territory               China Wall

/ Western Australia

 

 

Halls Creek - Bungle Bungle N.P. - Kununurra (nach Canning Stock Route, siehe "Outback")

In Halls Creek genossen wir das Tagebuchschreiben an der Kühle und mit ganz viel Strom und das Abwaschen mit ganz viel Wasser. Es ist schon erstaunlich, dass wir solche Sachen, die wir zu Hause als selbstverständlich anschauen, hier erst vermissen, wenn wir es wieder haben.

Hier in Halls Creek mussten wir uns dann bei der Polizei zurückmelden (von der CSR), nicht dass plötzlich noch eine Suchaktion gestartet würde. Das war überhaupt kein Problem, die nette Dame dort sagte, wir sollen unsere Daten aufschreiben, sie werde ein E-Mail nach Wiluna schicken!! So geht das. Schliesslich landeten wir in der Tourist Info und genossen dort einen Snack. Es ist erstaunlich, so heruntergekommen Halls Creek eigentlich ausschaut, dass Tankstellen, Polizei, Post und Tourist Info sehr gepflegt aussehen  und sind auch sehr solide gabaut.

Schliesslich verliessen wir Halls Creek bei ziemlich bedecktem Himmel, also gab’s unterwegs kaum Fotostopps. Es war jedoch eine Wohltat, mal Teerstrasse zu fahren, so ruhig. Nachdem wir den Hwy Nr. 1 verlassen hatten, fuhren wir 53 km über Gravelroad bis zum Bungle Bungle N.P. Für diese Strecke benötigten wir doch tatsächlich fast 2 Std., und das ohne Bildli!! Die Gegend war super schön, aber wenn es bedeckt ist… Der Weg selber ist sehr kurvenreich, steinig und wellblechig. Wir durchquerten sogar 2 wasserführende Creeks, beide sollten 40cm tiefes Wasser haben, der 1. Creek brachte Wasser bis gerade übers Trittbrett, der 2. etwas höher. Überfüllt ist dieser Nationalpark nicht mehr. Hier in diesem Park herrscht Krähenalarm! Die seien ganz verrückt nach Abfall. Am Abend kam noch ein TCC-Bushie in die Campingbucht neben uns. Es waren René und Gaby. Schliesslich käfeleten wir „bei uns Zuhause“ und so gab es einen ganz schönen Abend, der erst um 00.45 Uhr endete!! In dieser Nacht schliefen wir das erste Mal nur mit Leintüchern!! Das Wetter war dann am nächsten Tag wieder schöner. Schon die Anfahrt zum Picanniny Creek war faszinierend, bot er doch immer wieder atemberaubende Anblicke der bienenhausförmigen Gesteinsformationen. Der Dome Trail und anschliessende Cathedral Walk waren umwerfend. Alle paar Meter hatten wir den Eindruck, es ist noch schöner als gerade vorher! Es war unbeschreiblich faszinierend und wunderschön, aber auch sehr schweisstreibend. Der Heliflug am Nachmittag war dann der absolute Hammer. Mal abgesehen davon, dass es für Karin der erste Heliflug war, war die Aussicht, der Anblick der Gorges von oben und dann der Beehaves Domes unbeschreiblich schön. Für den Echidna Chasm Walk war es dann schon etwas spät, er war trotzdem faszinierend. Die Schlucht wird immer enger, bis man zuhinterst wirklich nur noch gerade durch die 2 Schluchtenwände hindurchkommt. Den Abend verbrachten wir dann wieder mit René und Gaby. Es ist manchmal schon erstaunlich, dass man irgendwo auf der Welt per Zufall jemanden kennenlernen kann, mit dem man die gleiche „Wellenlänge“ teilt.

                               

               Beehave Domes                 Cathedral

                              Bungle Bungles N.P.

 

Obschon dann bei der Fahrt aus den Bungle Bungles die Sonne schien und wir wieder durch diese wunderschöne Gegend fuhren, gab’s kein Bild! Ob wir doch noch etwas müde von der Canning Stock Route sind? Schliesslich erreichten wir dann den Keep River N.P. und nahmen uns dort einen schönen Campingplatz. Nach dem Ausräumen genossen wir mal ein kühles Bier und warteten darauf, dass es etwas kühler wurde und wir das Abendessen geniessen konnten. Am nächsten Morgen war es dann schon früh wieder sehr warm, aber nach dem Frühstück gingen wir doch auf den Gurrandalong Walk. Es war sehr schön. Wir waren jedoch froh, wieder zurück zu sein und uns etwas waschen zu können. Dann fuhren wir zur Nganlam Art Site. Zum Glück war das nur ein kurzer Walk. Die Felszeichnungen und Gravuren waren aber sehr schön. Sie sind zwar von Generation zu Generation immer wieder übermalt worden, es sind aber von den schönsten, die wir je gesehen haben. Schliesslich fuhren wir zum Jarrnalum Campingplatz, bezogen einen Schattenplatz und spannten die Plane als Sonnenschutz. Wir sassen dann rum wie tote Fliegen. Es war 41°C und die Luftfeuchtigkeit war sehr hoch. Wir kamen nach einigem Hin und Her zum Schluss, dass wir nicht hier bleiben, sondern zurück nach Kununurra fahren. Wir machten uns nur noch Salat (Gemüse darf man ja nicht nach Western Australia einführen) dann spülten wir uns nach dem Einräumen ab und fuhren los. Der Ngalam Walk wäre sicher sehr schön gewesen, aber wenn es so heiss ist, wäre das leichtsinnig, darauf zu bestehen, schliesslich ist das ein 6km Walk, meistens an der Sonne! Bei der Staatsgrenze gaben wir unsere letzte Zwiebel ab, dann mussten wir noch hinten die Türe öffnen, damit der Beamte einen Blick in unseren Troopy werfen konnte, dann konnten wir durch. Auf dem Campingplatz in Kununurra gingen wir dann erst mal kurz unter die Dusche und dann in den Pool. Im Spa hatten wir dann nach einiger Zeit fast etwas kühl. J

Felszeichnungen im Keep River N.P.

Wir waren froh, bereits am Vortag nach Kununurra zurückgekehrt zu sein und nicht im Keep River N.P. ausgeharrt, es war nämlich bedeckt, also wäre die Ngala Gap nicht im schönen Licht gewesen. Wir gingen dann mal in den Coles an die Kühleeinkaufen (die Einkaufsläden hier sind alle sehr stark klimatisiert)! Eigentlich wollten wir ja das Hidden Valley besuchen. Das machten wir dann auch. Wir fuhren jedoch nur kurz rein, bis zuhinterst, stiegen kurz aus und fuhren zurück zum Campingplatz. Es war einfach zu heiss zum Wandern. Karin macht die Hitze offensichtlich wesentlich mehr zu schaffen als vor 5 Jahren. Im Pool verbrachten wir dann dafür umso mehr Zeit. Als es zu tropfen anfing, gingen wir zurück zu unserem Troopy, gerade noch rechtzeitig, bevor der Sturm losging. Wir Greenhorns dachten, das sei nun ein Zyklon, wir mussten uns dann aber belehren lassen, es sei nur ein Willy Willy gewesen, ein kleiner Sturm, also nichts besonderes! J Unsere Nachbarn hatten so ihre liebe Mühe mit Sonnenverdeck etc. also halfen wir ihnen, wie wir konnten. Kaum war der Sturm vorüber, trockneten wir unsere Kisten und die Nachbarn schauten zuerst mal den Footballmatch zu Ende!! Dann machten auch sie sich ans aufräumen. So ist eben der australische Lifestyle. Am Abend luden sie uns dann als Dankeschön für die Hilfe zum BBQ ein!! So verbrachten wir einen ganz netten Abend im Kreise der 3 anderen Päärchen. (Yvonne und Roy trafen wir dann später in Broome wieder, wie abgemacht.)

Es war mittlerweilen mal wieder Sonntag und wir hatten etwas ganz spezielles vor: Wir besuchten die Argyle Diamantenmine. Ritchie holte uns ab, war unser Pilot und auch gleich der Tourguide in der Mine. Das fanden wir super. Es kam nur noch eine Lady aus Südaustralien mit uns, somit waren wir eine kleine Gruppe. Wir flogen mit einer Cessna II Centurion. Der Flug dauerte ca. ½ und führte uns über sehr schönes Gebirge bis über die Diamantenmine. Die war sehr beeindruckend, so gross und tief. Nach der Landung (auf diesem Rollfeld könnte eine Boing 737 landen) stiegen wir in einen Bus um und Ritchie führte uns zuerst mal ins Village. Das ist ein Dorf, extra für die Minenarbeiter gebaut. Hier sieht es fast so aus wie in einem Resort, Pool, Sportanlagen, Buffet, Shop, Polizeistation etc. Die Minenarbeiter arbeiten in 12Std.-Schichten, 14 Tage, dann 14 frei. In die Tagebaumine selber darf man nicht rein, nur zu den Verarbeitungsstätten, aber auch dort durften wir eigentlich nur gerade aussteigen, als wir in den Kontrollraum gingen. Es war aber wirklich sehr faszinierend, vor allem, wenn man bedenkt, mit was für riesigen Maschinen die Steine rausgebuddelt werden und was dann schliesslich für ein zartes Steinchen rauskommt. Die Diamanten sahen schon faszinierend aus, hier gibt es vor allem cognac- und champagnerfarbene Diamanten. Sieht man dann aber den Preis, wird einem schon etwas anders. Schön sind sie trotzdem, diese Edelsteine. Auf dem Flug zurück flogen wir der Westküste des Lake Argyle entlang. Das ist ein sehr imposanter Stausee, sehr gross und hat ganz viele kleine Inselchen drin.

Kununurra - Broome durch die Kimberleys

Als wir Kununurra verlassen wollten, wollte unser Troopy nicht mehr so freudig anspringen, also telefonierten wir mal mit Sydney. Dort hiess es, wir sollen die Batterie erst checken lassen, dann nochmals anrufen. Der Batteriecheck ergab, dass die Batterie tatsächlich schlecht war, also gab’s zuerst mal noch eine neue Batterie. Zum Glück war das noch hier geschehen und nicht auf der nächsten Strecke, das wäre etwas schwierig gewesen. Wir fuhren dann auf der Gibb River Road bis Home Valley Station (ist 1 Mio ha gross!). El Questro (eine Farm vorher) war uns zu touristisch aufgemotzt. Der Besitzer der Home Valley Station kam dann zu uns und sprach ziemlich lange mit uns. Es stellte sich heraus, dass Hubert ein Deutscher war und vor 30 Jahren ausgewandert war. Er war auch schon für die Armee tätig, bildete Soldaten in der Wüste aus, testete neue Armeekleider etc. Es war sehr interessant, was er zu erzählen wusste. Hubert erzählte uns auch, dass, wenn man auf der Gibb River Road eine Panne hat und jemand kommen muss, das pro km 1.50$ kostet, wenn der Schaden direkt behoben werden kann, für das Abschleppen kostet der km 3.00$, hin und zurück, wohlverstanden, und hier sind die Distanzen etwas anders als Zuhause! Der nahegelegene Lookout hätte tatsächlich einen wunderschönen Anblick der Ranges bei Sonnenuntergang geboten, wären da nicht die Wolken und der Rauch der Feuer gewesen.

Wir schauten kurz bei der Mt. Barnett Gorge rein und fuhren dann bis in die Manning Gorge. Unterwegs gab es nichts, das uns vom Hocker riss. Die Manning Gorge selber ist recht schön, das Schwimmen darin nicht sehr abkühlend, da das Wasser sehr warm war. Hier hat es Dusche und Spühltoiletten!

In der Bell Gorge nahmen wir uns wieder einen Schattenplatz und dann erhielt Kusi wieder mal einen Haarschnitt verpasst. Diesmal klappte es nicht so gut, Karin hat wohl noch ein Trauma vom letzten Mal, als sie die Ohrenpartie zu kurz schnitt J. Kusi montierte dann das Fliegennetz, damit wir mal in Ruhe Karten schreiben konnten. Dann gab’s Kürbisrisotto à la Edda!!

Das Aufstehen am nächsten Morgen um 05.00 Uhr war schwierig, aber es lohnte sich. Seit langem konnten wir das Zelt ohne gleich zu schwitzen zusammenklappen. In der Nacht kühlte es auf 24°C ab, das war herrlich. Um 06.15 Uhr konnten wir mit dem Walk beginnen. Es war noch angenehm kühl, wurde aber rasch wärmer, da die Sonne sehr rasch stieg und vom Wasserfall an man ziemlich über Steine klettern musste. Es war aber herrlich, die ersten in dieser Schlucht zu sein, es war still und unberührt. Wir verbrachten lange Zeit dort, immer wieder mit Standortwechsel, das mit Klettern verbunden war für immer wieder neue Bildli.

       

Bell Gorge

Die Weiterfahrt zur Windjana Gorge führte durch schöne, interessante Gebirgszüge mit z.T. ganz schwarzen, dann wieder rot/weissen Felsen. In der Windjana Gorge angekommen, suchten wir uns den schattigsten noch freien Platz und sassen dann mal nur so rum. Es war immerhin 40°C und viel zu heiss, etwas zu tun.

In dieser Nacht kühlte es auf 19,8°C ab! Wir hätten nie gedacht, dass uns das mal aufatmen liess. Wir marschierten dann um 06.00 Uhr los. Die Schlucht ist vor allem zu Beginn sehr eindrücklich, weiter hinten wird sie eher „gewöhnlich“. Auf unserem Weg nach hinten sahen wir mindestens 50 (!) Süsswasserkrokodile!! Wir hörten dann auf mit zählen (der Ranger erklärte uns später, es hätte so um die 100 Krokodile). Es war faszinierend, sie waren von ganz klein bis recht stattlich für ein Freshie.

Windjana Gorge

Schliesslich fuhren wir weiter zum Tunnel Creek N.P. Wir gingen nur bis zum Eingang des Tunnels, aber schon das war sehr imposant. Innendrin hätte man Schuhe tragen müssen, mit denen man durchs Wasser gehen kann, eine Taschenlampe und mit unseren Kameras so zu klettern ist auch nicht einfach. Also liessen wir es sein. Hier in den Kimberleys ist Wasser im Überfluss vorhanden, überall hat es Spühltoiletten, Duschen und im Home Valley und in Fitzroy Crossing wurde in der grössten Nachmittagshitze der Rasen gesprengt! In der Touristinfo von Fitzroy Crossing wurden wir auf einen Campingplatz aufmerksam, der einer Lodge / Motel angeschlossen war, er war gleich teuer wir der normale Campingplatz, hatte aber noch einen Swimming Pool. Keine Frage, wohin wir gingen. Bei der Reception dort erfuhren wir, dass heute Samstag ist. Das war noch so interessant, hatten wir doch den Faden völlig verloren.

Die Info Tafeln hinten in der Geikie Gorge sind wirklich sehr informativ. Die Anzeige der Flutlevels ist sehr eindrucksvoll, in zwei Jahren war der Wasserspiegel höher als das Häuschen, in dem die Infotafeln stehen. Wir machten hier nun eine Bootsfahrt durch die Schlucht. Wir sahen sogar einige Freshies, aber nach der Windjana Gorge war das gar nicht mehr so eindrücklich, „nur“ ein Krokodil auf einmal zu sehen. Die Schluchtenwände sind faszinierend, von weiss bis schwarz und orange. Die Felsen sind z.T. recht ausgefressen, wie das bei einem Riff eben so ist (das ganze Napier Gebirge war zur Devonian Zeit, das ist schon ein paar Jährchen her, mal ein Riff). Schliesslich machten wir uns auf den Weg zurück zum Tunnel Creek N.P. Unterwegs gab’s einen längeren Fotostopp in den "Riffs". Es war sagenhaft, wie viele Bildli hier auf uns warteten. Im Tunnel Creek N.P. wagten wir uns noch etwas weiter in den Tunnel, um das gute Bildli zu erwischen. Es war schön kühl. Wir fuhren dann wieder zurück in die Windjana Gorge.

                               

                      Geikie Gorge             Tunnel Creek

Am nächsten Morgen war dann das Fotoshooting mit den Süsswasserkrokodilen angesangt. Es war interessant, diesen urtümlichen Geschöpfen zuzuschauen, wie sie lautlos durchs Wasser gleiten, plötzlich auftauchen oder wieder abtauchen. Da wir wieder die ersten in der Schlucht waren, war es ganz ruhig, nur zwischendurch krächzten weisse Papageie, ansonsten hörte man nichts.

Süsswasserkrokodile

Schliesslich fuhren wir los Richtung Derby. Derby ist ein kleines verschlafenes Nest. Wir besuchten nur gerade die Touristinfo und gingen an die Jetty und dann hatten wir Derby gesehen. Weiter südlich waren dann noch Frosties Pool, der Boab Prison Tree und die 120m lange Myalls Viehtränke zu bewundern. In Broome angekommen genossen wir den Sonnenuntergang (ohne Kamera, da wir etwas spät dran waren) am Gantheaume Point. Hier sahen wir sehr viele Fotosujets, wir werden nach dem Cape Leveque also hier einige Zeit verbringenJ

                               

Jetty von Deby           Boab Prison Tree

Am nächsten Tag fuhren wir ins Cape Leveque. Zuerst auf der Teerstrasse und dann einen Track rauf. Es war ein enger, mühsamer Weg. Zuerst ging’s noch so. Die Angaben vom Touristbüro Derby waren eigentlich überflüssig. Als der Weg dann schlechter (Wellblech und Sandpartien) wurde, hörte auch der Beschrieb der Touristinfo auf! Wir fanden den Weg trotzdem, waren uns aber einig, dass wir sicher nicht diesen Weg zurück fahren werden. Auch die Gegend selber war nichts spezielles. Als wir schliesslich im Cape Leveque ankamen, gingen wir ins Office, erhielten unseren Platz und einige Infos, wo man was sehen kann. Da wurde auch Beachfahren erwähnt, das war dann gleich das Stichwort. Wir fuhren zum Ost-Beach, liessen Luft aus den Pneus und los ging’s. Es war wunderschön, atemberaubend. Glutrote Sanddünen grenzten an schneeweissen Sandstrand, der ins türkisfarbene Meer führte. Wir genossen es natürlich sehr. Wir mussten uns jedoch von diesem Anblick lösen, da wir an den Western Beach den Sonnenuntergang geniessen wollten. Als wir dort ankamen, verschlug es uns fast die Sprache. Hei, was wir da sahen, ist kaum in Worte zu fassen. Dunkelblaues Meer brach sich an beigem Sandstrand mit z.T. schwarzen Felsbrocken. Der Sandstrand wurde dann von glutorangen/roten Sandsteinklippen gestoppt. Natürlich gab es da jede Menge Bildlis, die nur noch eingesammelt werden mussten. Die schlechte Strasse hier hinauf war es 1000x wert, hier herauf zu fahren, so was wundervolles hatten wir dann doch nicht erwartet.

                           

                                Cape Leveque

                Strandfahren am           Western Beach

                Ostbeach

Vor der Rückfahrt gingen wir nochmals an den Western Beach. Wir kamen hier fast nicht los, es ist so unwirklich, so wunderschön. Schliesslich rissen wir uns doch los und fuhren runter nach Beagle Bay und besuchten dort die Kirche. Es ist eine wunderschöne Kirche mit einem Altar aus Perlmutt. Auch die Bilder an den Wänden sind mit Perlmutt ausgestattet und sogar im Boden hat es Ornamente aus Perlmutt. Wir nahmen dann die grosse Cape Leveque Road, um südwärts zu fahren. Dort kamen wir in einen Regenschauer. Das war noch so speziell, das Wasser sammelte sich sehr rasch in der Mitte der Fahrrinne. Es gab natürlich wieder schöne Bilder, als die Sonne wieder schien und die dunklen Wolken über dem roten Sand anleuchtete. Wir fuhren dann an der Küste wieder rauf bis zum Coulomb Point. Dort fanden wir wieder einen wunderschönen Platz zum Übernachten. Es war fast wie ein kleines Cape, unser Cape. Wir waren fasziniert von der Farbenvielfalt der Steine, dem blauen Wasser und dem Strand…

                        

Gewitterstimmung     Kirche in Beagle Bay          "unser" Cape

Auch hier hatten wir so unsere liebe Mühe, uns von diesem wunderschönen Platz loszureissen, aber wir mussten weiter. Vielleicht kommen wir ja nächstens nochmals hierher zurück? Wir fuhren noch etwas nordwärts, um zu sehen, wohin dieser Weg führt und ob es noch weitere schöne Campingplätze gäbe, aber dem war nicht so. Also erkundeten wir die Küste südwärts und vor allem die Camps dort. Es stellte sich jedoch heraus, dass wir den wohl schönsten Platz nördlich von Broome entdeckt hatten. Schliesslich bezogen wir den reservierten On-Site Van in Broome. Es war super, nicht etwa so wie in Halls Creek, nein, es war sauber, hell und sehr geräumig. Wir entschieden uns dann gleich, bis am Sonntag zu bleiben, dann müssten wir uns nicht so beeilen mit diesem und jenem. Natürlich gab’s dann mal ein Troopy ausräumen und sich im Van breit machen. Wir staunen immer wieder, was wir alles in unserem Auto geladen haben. Da unser Troopy vom gestrigen Regenschauer recht verspritzt war, erhielt es auf dem Campingplatz eine Dusche und glänzte dann wieder fast wie neu. Anschliessend kauften wir das nötigste ein und fuhren dann zum Gantheaume Point, um nun die Fotosujets einzufangen, die wir bereits gesehen hatten. Wir kletterten recht auf diesen Felsen herum. Für den Sonnenuntergang hatte Karin wieder mal den perfekten Platz erwischt und es waren sogar mal keine Touris im Bild, jedenfalls nicht im entscheidenden Moment. Es ist schon interessant, wie viele Leute so ein Sonnenuntergang anzieht, aber die meisten wollen immer einen unbeeinträchtigten Blick haben, also einen „leeren“ Sonnenuntergang (nur Himmel, Sonne und Wasser, so könnte dieser irgendwo auf der Welt sein).

Gantheaume Point

 

Copyright © 2003
Karin und Markus Werren aus Australien
 

Aktualisiert am:
29.02.2004